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OTZ vom 23.01.12

  

Tummel-Becken für Afro-Welse in Schkölen

Schweißer Fred Pachal verbindet die Konstruktion der 100 Kubikmeter großen Beckenanlagen. Foto: Dieter Urban  

Schweißer Fred Pachal verbindet die Konstruktion der 100 Kubikmeter großen Beckenanlagen. Foto: Dieter Urban               

Ab März sollen in der neuen Aquakultur-Anlage der Agrargenossenschaft Schkölen Fische gezüchtet werden. Die Bauarbeiten sind derzeit voll im Gange.           
Schkölen. Im Herbst vergangenen Jahres wurde der Spatenstich für eine komplett neue Aquakultur-Anlage auf dem Gelände der AgrargenossenschaftSchkölen getätigt.

 

Jetzt, im neuen Jahr ist nicht nur die neue Aufzuchthalle fertig geworden, sondern die Spezialisten vom PAL-Anlagenbau ausAbtshagen beiStralsund sind voll damit beschäftigt, die Becken für die Flossentiere aufzubauen.

 

"Zusammen werden in den einzelnen Becken 100 Kubikmeter Wasser dafür sorgen, dass die afrikanischen Welse hier heranwachsen können. Im März, wenn das Wetter mitspielt, werden die ersten Setzlinge im Wasser schwimmen", sagteTimo Köbe, der Chef der Agrargenossenschaft.

 

Damit das Wasser in den Tummel-Becken für die Afro-Welse schön warm ist und die Temperaturen mit 28 Grad Celsius konstant bleiben, nutzen die Landwirte ihre selbst erzeugte Abwärme. Diese kommt vom Biogas-Kraftwerk. "Wenn wir Elektroenergie aus Biomasse herstellen, fällt natürlich Wärme an. Die nutzen wir für die Aufzucht der Fische."

 

Wenn die kleinen zehn Gramm leichten Setzlinge sich inSchkölen wohlfühlen und gedeihlich in vier bis fünf Monaten heranwachsen, kommen sie auf ein Gewicht von etwa 1500 Gramm. "Mit dieser Größe können wir dann ans Abfischen denken. Wir rechnen mit rund 125 Tonnen Welse im Jahr, die so auf ökologische Art gezüchtet und dem Handel zugeführt werden können", ergänzteKöbe und vergaß nicht zu betonen, dass die zappelnden Winzlinge von der Genossenschaft Fischgut Mitte eG geliefert werden.

 

Bis die Welse "erntereif" sind, müssen noch etliche andere Bauarbeiten erledigt werden. Für den Bau sind fast ausschließlich Unternehmen der Region engagiert worden.Timo Köbe dazu: "Für die Arbeiten wurden öffentliche Ausschreibungen durchgeführt. Wir freuen uns, dass die meisten Firmen von hier sind." Zu diesen gehören unter anderem die Baufirma BKEisenberg, die OWACamburg, Malermeister Hofmann ausPetersberg, Fliesenleger Torsten Dübler (Wittchendorf/Wildetaube) oder Fensterbau Müller (Camburg). Einige kleinere Firmen sind für spezielle Arbeiten  u.a. Filteranlagen  zuständig.

 

Mit dem Bau der Halle ist es allerdings noch nicht getan. Für die Exoten, wenn sie groß und fett sind, müssen noch Plätze für die Verarbeitung und die Auslieferung geschaffen werden. Dafür wird, parallel zum Hallenbau, das alte Verwaltungsgebäude komplett umgebaut.

 

In einem Teil des Gebäudes wird die Schlachterei eingerichtet, im anderen werden die Fische für die Auslieferung verpackt. "Wir stellen für Zucht und Weiterverarbeitung der Welse einen Fischwirt ein und vier Mitarbeiter, die sich ums Schlachten und Verpacken kümmern", sagteTimo Köbe, der bis auf weiteres sein Büro in der Kantine untergebracht hat. "Dieser Zustand dauert nur solange wie in unserem Haus gebaut wird. Dann wird's wieder ruhiger", lächelteTimo Köbe zuversichtlich.

 

Dieter Urban / 23.01.12 / OTZ